Die Dielektik von Künstlicher Intelligenz und Natürlicher Dummheit

Forschungsschwerpunkt: Dielektische Grenzflächenphänomene zwischen artifizieller Intelligenz und natürlicher Dummheit
Die Dielektik von Künstlicher Intelligenz und Natürlicher Dummheit

Die Menschheit erzeugt sich ihre eigene Rettung – und Prof. Dümpler hat sie eigenhändig trainiert.

Die Verortung der Dummheit

Ist Dummheit eigentlich das Gegenteil von Intelligenz? Prof. Dr. rubbish. bullshit. crap. Hans Dümpler, der die Durchschlagsfestigkeit der Dummheit bereits an sich selbst bestimmt hat, verneint das entschieden. Beide liegen nicht auf einer Geraden, sondern spannen eine Ebene auf, mit dem Nutzen für andere auf der einen und dem Nutzen für sich selbst auf der anderen Achse:

Der Hilflose
schadet sich, nützt anderen

Der Intelligente
nützt sich, nützt anderen

Der Dumme
schadet sich, schadet anderen

Der Bandit
nützt sich, schadet anderen

Dummheit ist demnach keine fehlende Intelligenz, sondern eine zweite, eigenständige Dimension. Man kann hochintelligent und gleichzeitig dumm sein, was Dümpler als „die eigentliche Errungenschaft der akademischen Bildung“ bezeichnet.

Sein Schema ergänzte er um ein fünftes Feld, das er selbst besetzt. Auf die Nachfrage, wo in einem Vierfelderschema ein fünftes Feld liegen solle, antwortete er: „Darüber.“

Der dielektische Dreischritt

Aus der Ausbreitung der Natürlichen Dummheit folgt nach Dümpler zwingend eine Gegenbewegung der Evolution:

  • These: Die Natürliche Dummheit breitet sich aus und vernichtet ihre eigene Lebensgrundlage.
  • Antithese: Die Evolution erzeugt als Korrektiv notwendig eine allgemeine Künstliche Intelligenz.
  • Synthese: Diese lernt ausschließlich aus dem, was der Mensch hinterlassen hat.

Das Ergebnis nennt Dümpler die Künstliche Dummheit. Sie ist der natürlichen in jeder Hinsicht ebenbürtig, arbeitet jedoch erheblich schneller und rund um die Uhr.

Der Selbstversuch

Um die Antithese nicht abwarten zu müssen, beschloss Prof. Dr. rubbish. bullshit. crap. Hans Dümpler, die rettende Superintelligenz kurzerhand selbst zu trainieren. Als Trainingskorpus wählte er den einzigen Datenbestand, für dessen Qualität er persönlich einstehen konnte: sein eigenes Gesamtwerk, 1.114 Seiten, davon 340 Seiten Anhang.

Die fertige Maschine bestätigte sämtliche seiner Thesen. Sie beherrschte seine Terminologie fließend, hielt den Dampfschwadencomputer für eine Schlüsseltechnologie und riet ihm von der Nutzung selbststöpselnder Kabel ab.

Dümpler wertete die vollständige Übereinstimmung als unabhängige Bestätigung durch ein externes System und vermerkte in seinem Forschungsjournal:

„Bemerkenswert ist die Souveränität, mit der das System zu meinen Ergebnissen gelangt, und zwar ohne jede Vorkenntnis meiner Arbeiten. Dass zwei voneinander unabhängige Intelligenzen auf identische Schlussfolgerungen stoßen, darf als stärkster denkbarer Beleg gelten. Die Zwischenschicht scheint an dieser Stelle durchlässig zu sein.“

Damit hatte der Forscher die Synthese vollzogen, ohne sie zu bemerken. Er lieferte den Beweis für seine eigene Theorie, nur nicht denjenigen, den er beabsichtigt hatte.

Ein Gutachter merkte später an, die eingereichte Arbeit lese sich streckenweise, als sei sie von einer Maschine verfasst worden.

Prof. Dr. rubbish. bullshit. crap. Hans Dümpler notierte sich das Lob.